Hippe Meile

Die KASTANIENALLEE in Prenzlauer Berg ist stadtbekannt und gehört mit ihrer hohen Dichte an kleinen Läden zu den angesagten Kiezen Berlins.

Als der Grundbesitzer Wilhelm Griebenow im Jahr 1826 die Kastanienallee in Prenzlauer Berg anlegte, war die Namensgebung durch die Kastanienbäume, die am Straßenrand gepflanzt wurden, vorgegeben. Und auch wenn es in Berlin insgesamt sieben Straßen mit dem Namen Kastanienallee gibt, ist die Kastanienallee in Prenzlauer Berg sicher die prominenteste unter ihnen. Insbesondere das Gebiet um die nördliche Kastanienallee mit ihren Seitenstraßen genießt unter den unterschiedlichen Kiezen in Prenzlauer Berg besondere Beliebtheit als Flaniermeile.

Dicht an dicht reihen sich hier Cafés, Modegeschäfte und Läden mit unterschiedlichstem Angebot aneinander. Kleine Galerien und Kunstprojekte sind hier anzutreffen. Der Prater, Berlins ältester Biergarten, ist mit ganzjähriger Gastronomie und im Sommer mit einer großen Außenanlage ein Publikumsmagnet. Wenige Meter weiter östlich liegt an der Schönhauser Allee eines der größten Kulturzentren der Stadt, die Kulturbrauerei mit großem Programmkino, Konzert- und Theaterangeboten und vielem mehr.

Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts maßgeblich unter Jobst Schultheiß erbaute und beständig erweiterte Brauereianlage war bis 1967 in Betrieb, steht seit 1974 unter Denkmalschutz und ist nun Heimat einer Vielzahl von Unternehmen geworden. Mit diesem reichhaltigen Angebot an Freizeitaktivitäten hat sich das Gebiet um den U-Bahnhof Eberswalder Straße zu einem beliebten Viertel zum Ausgehen entwickelt.

Unter dem Hochbahnviadukt der U2, das wie die Bahnhöfe Eberswalder Straße und Senefelder Straße unter Denkmalschutz gestellt wurde, befindet sich auch der legendäre und weit über die Tore Berlins hinaus bekannte Imbiss Konnopke. Die Currywurst, so sagt man, sei eine Berliner Erfindung, ihr Siegeszug in Berlin maßgeblich mit der Geschichte der Eheleute Konnopke verbunden. Bereits 1930 gründeten sie ihr Unternehmen zunächst in Form eines Bauchladens. Seitdem hat sich der Wurststand, der als erster Imbiss Ost-Berlins gilt, in eine Kultstätte verwandelt, an der schon so mancher prominente Gast die legendäre Currywurst zu sich genommen hat.

Die hohe Promi-Quote ist es denn auch, die der Kastanienallee den Spitznamen „Castingallee“ gegeben hat, der bereits in einem gleichnamigen Song des Sängers und Kabarettisten Rainald Grebe künstlerisch verarbeitet wurde.

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Das Schwarzsauer ist eine der ältesten Kneipen am Platz

„Das Besondere hier? –

Die Vielfalt!“

Stefanie Gronau lebt und arbeitet seit über zehn Jahren in Prenzlauer Berg.

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„Unter den vielen Kiezen in Prenzlauer Berg gehört die Kastanienallee sicherlich zu den buntesten Szenen. Sie ist für mich so etwas wie eine ,demokratische Straße’, denn hier kann jeder so sein, wie er sein möchte, ohne komisch aufzufallen. Hier gibt es noch ein Nebeneinander unterschiedlicher Lebensstile, auch wenn man sagen muss, dass sich inzwischen eine gewisse Homogenisierung zeigt, der Kiez vor zehn Jahren noch sehr viel bunter war. Das Besondere rund um die Kastanienallee, neben der geschlossenen Gründerzeitbebauung, ist diese ausgeprägte Einzelhandelsszene, die ich für absolut schätzenswert halte.

Ideenreichtum ist hier ein großes Stichwort. In den Hinterhöfen gibt es noch zahlreiche kleine Handwerksbetriebe wie Hutmacher oder Schneiderateliers. Viele interessante und erfolgreiche Geschäftsideen haben hier ihren Anfang gehabt. Das ist immens, was da an kreativem Potenzial in den Hinterhöfen steckt. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass es einen Weg gibt, die Vielfalt und Lebendigkeit dieses Viertels langfristig zu erhalten, und hoffe auf eine starke Positionierung des Viertels jenseits von diesem Image der Trendmeile. Denn Trends gehen vorüber, kein Ort kann 20 Jahre lang Trendmeile sein.“